Vermisst

Habe ich das Internet bisher nur gelegentlich zum Abruf von Emails genutzt, so muss ich nun zwangsweise meine mehr oder weniger lange Kaffeepause nutzen, um für einen Euro je halbe Stunde Kontakt mit meiner Firma wegen drei Urlaubstagen aufzunehmen. Schon allein das belastet mich. Ich hatte mich nicht getraut, das im Vorfeld meiner Kur abzuklären, um nicht noch mehr Schwierigkeiten zu bekommen. Ich muss tagelang auf Antwort warten, um dann endlich die Gewißheit zu haben: es klappt.
Zähneknirschend, so heißt es, würde man mir den Urlaub genehmigen, obwohl mich die Kollegen vermissen würden.
Wer da so knirscht, ich weiß es schon. Diese Klärung macht es mir nun leichter, dem Ende der Kur entgegen zu sehen. Ich rede auch in der Bezugsgruppe darüber, wie es mir damit geht. Für viele sind die Probleme am Arbeitsplatz drückend, sofern sie noch einen haben. Die Schilderungen über dauernde Versetzungen und Umstrukturierungen, über die eine Frau in unserer Gruppe sprocht, berühren mich sehr und bringen mich dazu, über meine Situation nachzudenken und mich selbst einzustufen. Paule sieht es als Kompliment, wenn die Kollegen einen vermissen. Er hat immer schnell eine klare Meinung und sei es nur über meine Sportmütze, die er blöd findet.
Bewertungen erfahre ich nun auch im Speisesaal, wo statt der sächsischen Wand nun plötzlich zwei Menschen an meinem Tisch sitzen. So erfahren die letzten Tage und Wochen noch eine gewisse Eiigendynamik. Aiuch wenn es dazu führt , dass ich endlich mein mit Vorliebe getragenes grünes Fleecehamd auswechseln muss, weil es einer Dame unseres Tischs nicht gefällt.

pope am 1.2.09 16:59

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