Tailgating

ist eine nicht mehr ganz so neue Trendsportart, eher ein Volkssport, den ich Ihnen heute mal vorstellen möchte.Die Ärzte sagen ja immer: Bewegung ist gesund. Ärzte, falls wir uns noch an sie erinnern, das sind diese putzigen Wesen, die meist unverständlich daher reden. Bei denen Du als Kassenpatient schon in der Hotline hängen bleibst und im minimum mal vier Wochen auf die Behandlung einer akuten Erkrankung wartest, nur um nach fünf Minuten entweder zum Röntgen und/oder mit einem Rezept wieder rausgeschmissen zu werden.
Ärzte sind also die Menschen, die schon beim zweiten Besuch nicht mehr wissen, dass Du schon mal da warst und warum sie Dir was verordnet haben. Die ohne ihre Karteikarte völlig aufgeschmissen sind und die garnicht wissen, was ihr Helferinnenpersonal so alles leistet.
Ärzte sehen alles sehr allgemein, weil sie völlig mit Privatpatienten und dem Verkauf ihrer IGEL-Leistungen beansprucht sind. Zudem müssen sie sich Sorgen um die Benutzung der teuren angeschafften Geräte in der Praxis machen, weshalb sie auch oft Praxisgemeinschaften bilden, weil dann alles billiger ist. Und da taucht es schon auf, das Wort „gemein“. Es steckt im Allgemeinen und allgemein ist Bewegung eben gesund. Das is ein Dogma, dass neben anderen in der Schublade eines jeden Kassenarztes liegt. Und nur der Kassenarzt ist ja auch zugelassen. Aber lassen wir das. So wenig, wie man einer Gebetsmühle immer glauben kann, so wenig muss man das mit der Bewegung wörtlich nehmen.
Bewegen muss man sich ja, wenn man ins Auto steigt. Das Tailgating hat aber  noch ganz andere gesundheitliche Aspekte. Es fördert unsere Konzentration und die Kondition ungemein, wenn man, sobald man im Straßenverkehr eine Vordermann oder eine Vorderfrau hat, so dicht auffährt, dass jeder Fehler von einem der Beteiligten zum Unfall führt.
Hier nun also ein paar Tipps zum erfolgreichen Tailgaten (zu deutsch: dem Arsch, pardon dem Verkehrteilnehmer, hinten rein fahren).

 

  1. Sicherheitsabstand: vergessen Sie diesen Quatsch ganz schnell. Das ist was für Schlafmützen mit null Reaktionszeit. So etwas haben Sie als erfolgreicher Tailgater nicht nötig.
  2. Tempolimit: was für Sicherheitsfanatiker, Sie setzen ihr eigenes Limit, wichtig für kleiner Autos und Motorroller ist nur, dass sie ständig Vollgas fahren.
  3. Nötigung: das ist Quatsch, ihre Vorderleute müssen ja einfach nur so schnell fahren wie Sie, dann ist alles in Ordnung. Mit Lichthupe und linkem Blinker zeigen Sie ihre Hilfsbereitschaft.
  4. Kurven/Ampeln etc. können schon mal behindern, müssen es aber nicht. Lassen Sie sich beim erfolgreichen Tailgaten nicht von einer roten Ampel schrecken. So kommen Sie wenigstens mit aufs Bild. Und in Kurven, da kriegen Sie alle, wenn sie drauf halten.
Wenn Sie diese Tipps beherrschen, werden Sie bald von den gesundheitlichen Vorteilen profitieren. Und wenn es doch einmal zu dicht war, denken Sie dran: Bewegung ist gesund.
Sie jedenfalls waren flink, zäh und hart, auch wenn ihr Auto keine 138 PS hatte. Vermutlich war es dann auch kein „guter Stern auf allen Straßen“, sondern nur „Das Auto“. Ihr “Vorsprung durch Technik“ reichte ihrer „Freude am Fahren“ irgendwie nicht das Wasser. Oder ihr Auto ist statt in der Fabrik beim „créateur d´automobile“ entstanden. „Nichts ist unmöglich.“

pope am 30.8.12 19:44

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