Unsere Mütter, unsere Väter

In Ihrem Programm lief nun diese Sendung, die eigentlich "Unsere Großmütter, unsere Großväter" hätte heißen müssen, denn die meisten real existierenden Menschen haben wohl heutzutage kaum noch Eltern, die im zweiten Weltkrieg so wie in der Serie dargestellt, aktiv waren. Das man es dann anders benennt, liegt wohl daran, dass man dem Thema einen aktuelleren Touch geben wollte. Denn in der Tat hat es ja einen sehr langen Bart, was da erzählt wird. Die Fakten werden ordentlich mit eingebaut, zumindest die, die offizielle Meinung sind. Das alles wird in einer unterhaltsamen Melange dargestellt, bei der man sich ruhig ein bisschen gruseln darf. Aber was gruselt einen mehr? Dass im Krieg Menschen auf Menschen schießen? Dass weder die Nazis noch die Russen sich an die Genfer Konvention gehalten haben? Dass der Krieg merkwürdigerweise nur im Osten statt findet, weil die Bilder da interessanter sind? Wer hat was gewusst von der Judenverfolgung und wenn ja, wen hat es interessiert? Diese merkwürdige Passivität, die von den Schauspielern gezeigt wird, sie erscheint als das einzig Reale. Hitler hat mit den Deutschen das gemacht, was er wollte, aber wer hat ihn gewählt? Und die Deutschen haben dafür gezahlt. Wir zahlten für Hitlers Hybris, so stand es zu lesen. Und damit ist wieder alles gut? Etwas surreal, etwa so müssen sich die alliierten Soldaten in Deutschland vorgekommen sein. Denn alle Deutschen, die sie befragten, waren natürlich keine Nazis. Da greift das Motto, wessen Bier ich trink', dessen Lied ich sing'. Unsere Großmütter und Großväter waren also anständige Manschen so wie wir, sie hatten eben nur ein bisschen Pech. Wir können beruhigt sein. Aber warum dann diese Serie?

pope am 22.3.13 18:25

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